Ein Vergleich zwischen blank, gebeizt, geschliffen, elektropoliert und glasperlgestrahlt
Edelstahl ist nicht gleich Edelstahl – vor allem die Oberfläche spielt eine entscheidende Rolle für die Optik, Korrosionsbeständigkeit, Hygiene und Funktionalität. Je nach Anwendungsbereich kommen verschiedene Oberflächenbehandlungen zum Einsatz: blank (unbehandelt), gebeizt, geschliffen, elektropoliert oder glasperlgestrahlt.
In diesem Beitrag stellen wir die wichtigsten Verfahren vor und erklären, wann welche Ausführung für Ihre Anwendung sinnvoll ist.
Blanker Edelstahl bezeichnet die unbehandelte Oberfläche nach dem Walzprozess – also ohne Beizen, Schleifen oder Polieren. Dabei unterscheidet man zwischen kaltgewalzt (meist 2B-Oberfläche) und warmgewalzt (meist 1D-Oberfläche):
Beim Kaltwalzen wird Edelstahl bei Temperaturen unterhalb der Rekristallisations-temperatur über Walzen verformt. Die Oberfläche ist relativ glatt und gleichmäßig und hat durch das Walzen eine leichte Mattierung. Üblicherweise sind unsere Rohre und Bleche bis 4mm Wandstärke in kaltgewalzter Ausführung.
Merkmale:
Warmgewalzter Edelstahl wird bei Temperaturen oberhalb der Rekristallisations-temperatur gewalzt. Dabei bildet sich eine raue Zunderschicht, die durch anschließendes Beizen entfernt wird. Üblicherweise sind unsere Bleche ab 5mm Wandstärke sowie L- und U-Profile in warmgewalzter Ausführung.
Merkmale:
Beim Beizen werden durch eine Säurelösung Verunreinigungen wie Zunder, Anlauffarben und Fremdrost entfernt, die z.B. durch Schweißen oder Warmumformung entstehen. Gleichzeitig wird die passive Chromoxidschicht wiederhergestellt.
Die Edelstahloberfläche wird mechanisch mit Schleifmitteln bearbeitet, um eine gleichmäßige Struktur zu erzeugen. Je nach Körnung entstehen unterschiedliche Rauheitsgrade. Unser gängigster Schliff ist Korn 240, was ungefähr einer Rauheit von Ra 1,6 entspricht. Halbzeug wie Rohre oder Bleche können in dieser Qualität bestellt und verarbeitet werden.
Beim Elektropolieren wird die Edelstahloberfläche elektrochemisch geglättet. Dabei werden mikroskopische Spitzen abgetragen, was zu einer sehr glatten, glänzenden und hygienischen Oberfläche führt. Dieses Verfahren verbessert nicht nur die Optik, sondern auch die Korrosionsbeständigkeit deutlich.
Beim Glasperlstrahlen wird die Edelstahloberfläche mit feinen Glaskugeln unter Druck bestrahlt. Dieses Verfahren ist ein schonendes Strahlverfahren, das die Oberfläche mattiert, ohne das Grundmaterial wesentlich abzutragen. Es entfernt Verunreinigungen, leichte Oxidschichten und erzeugt eine gleichmäßige, seidenmatte Struktur.